Doris Fraccalvieri - Autovermieter - Kosten - Prozent - Aufschl
 

Doris Fraccalvieri - Versicherungs-Urteile
Unfallschaden, Mietwagenkosten, Normaltarif
Beschränkte Ersatzfähigkeit von Mietwagenkosten nach Verkehrsunfällen

In Deutschland haben sich im Mietwagengeschäft unterschiedliche Tarife entwickelt. Wer als Privat- oder Geschäftsmann ein Fahrzeug mietet und selbst zahlt, hat dafür den so genannten "Normaltarif" zu entrichten. Benötigt dagegen ein Unfallgeschädigter einen Ersatzwagen, wird ihm von vielen Vermietern ein so genannter "Unfallersatztarif" angeboten, der den Normalpreis im Durchschnitt um 100 Prozent übersteigt, wobei auch Aufschläge von mehreren hundert Prozent keine Seltenheit sind. Die Autovermieter begründen die Aufschläge damit, dass ihnen bei Vermietung von Unfallersatzwagen erhöhte Kosten und Risiken entstehen.

Das Oberlandesgericht Köln hat einen solchen erhöhten Kosten- und Risikoaufwand bei der Vermietung von Unfallersatzfahrzeugen im Grundsatz anerkannt, diesen der Höhe nach aber auf einen pauschalen Aufschlag von 20 Prozent auf die Normaltarife begrenzt. Daneben darf der Autovermieter nur noch bestimmte Nebenkosten in Ansatz bringen, etwa die Kosten einer Vollkaskoversicherung für das meist neuwertige Mietfahrzeug sowie die Kosten der Zustellung und Abholung des Mietwagens. Nicht gebilligt hat der Senat auch die Abrechnung nach den teureren Tagespauschalen. Der Autovermieter sei in der Regel vielmehr verpflichtet, bei der Berechnung des Mietpreises auch von den günstigeren Dreitages- oder Wochenpauschalen auszugehen. In dem entschiedenen Fall erhielt der Autovermieter von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers statt der verlangten 9.545 Euro lediglich 5.823 Euro.

Doris Fraccalvieri Urteil des OLG Köln vom 02.03.2007 19 U 181/06 Handelsblatt vom 07.03.2007
Doris Fraccalvieri OLG Köln
Doris Fraccalvieri 19 U 181/06
 
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